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Diagnose Brustkrebs

Den 11. Februar diesen Jahres werde ich so schnell nicht vergessen. Nicht weil wir Karten für das Hannes Wader Konzert hatten. Nein, morgens spürte ich beim Duschen so etwas “knotenartiges” in meiner linken Brust, von dem ich glaubte, dass es dort nicht hin gehört.

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Hatte ich Angst? Ich weiß es nicht mehr so genau, zumal ich knapp ein halbes Jahr vorher erst zur Mammographie war. Trotzdem bat ich um einen Termin bei meiner Frauenärztin, gleich nach der Arbeit am Nachmittag. Nach ihrer Untersuchung war ihr Gesicht sorgenvoll und sie meinte, dass zur weiteren Diagnosestellung eine erneute Mammographie nötig sei.

Im meinem Beisein telefonierte sie mit der Uniklinik Lübeck, Termin in einem Monat! Das war ihr viel zu lang (mir auch), Anruf in der Klinik Eutin, Termin am nächsten Tag! Man gut …!

Dann ging alles ziemlich schnell: Untersuchungen, usw., festgestellt wurde ein knapp 2 cm großer, aggressiv schnellwachsender Tumor.  Ich sollte die Frage beantworten, ob der Tumor erst heraus operiert oder erst die Chemo durchgeführt werden soll?

Hatte ich Ahnung? Nein! Aber von dem Ärzteteam im Eutiner Klinikum (Brustzentrum, Sana-Klinik) wurde mir das sachlich gut erklärt: Dadurch, dass der Tumor bei mir sehr früh erkannt wurde und unterhalb der kritischen Größe von 2 cm sei, bestünde die Möglichkeit einer “primären Chemo”.  Das bedeutet: erst eine OP, in der der Tumor mit einem Titanteilchen “gemarkert” wird, dann die Chemo und danach wird in einer zweiten OP der Rest vom Tumor, bestenfalls nur noch das Gewebe, wo der Tumor saß, entfernt.

Alternativ wäre es natürlich auch möglich gewesen, den Tumor sofort operativ entfernen zu lassen. Nur dann wäre der Eingriff umfangreicher geworden! Und die Chemo wäre mir trotzdem nicht erspart geblieben. Die Ärzte hätten für diesen Weg aber durchaus Verständnis gehabt. Wer läuft schon gerne mit einem Tumor in der Brust rum?

Ich habe mich trotzdem für die primäre Chemo entschieden: Vier Infusionen im Dreiwochenabstand, zwölfmal im Wochenabstand. Mit all den Nebenwirkungen: Haare runter, Gewicht rauf, Essen raus (minimal). Besonders die zwölf Chemos im Wochenabstand waren hart! Aber es hat sich gelohnt: der Tumor wurde soweit aufgelöst, dass er vor der zweiten OP beim Ultraschall nicht mehr darstellbar war.

Das hat mich zwar gefreut, hatte aber auch einen “Haken”, besser gesagt “zwei”. Denn vor der OP wurde ein Draht in die Brust eingeführt und der sollte an dem Marker, da wo sich der Tumor befand, enden. Da mein Arzt nichts mehr erkennen konnte, lag er bei seinem ersten Versuch völlig daneben, aber beim zweiten Mal war er ganz nah dran.

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Auf dem Röntgenbild ist kein Tumor mehr erkennbar, dafür links der Marker (6,6 mm), daneben der richtige Draht.

Die OP war Dienstag, am 23.. Vorgestern am Donnerstag bin ich schon wieder aus der Klinik entlassen worden – und was man jetzt noch sieht ist das:

Maike_140925_BrustOP_b600

Mehr nicht. Nach Abheilung der Narbe wird noch eine sechswöchige Strahlentherapie folgen – um zu eliminieren, was nach der OP da vielleicht noch winzig klein vorhanden ist – und eine Reha. Dann ist Weihnachten … und ich kann, darf, wieder arbeiten.

Warum schreibe ich das hier?

Ich möchte jede Frau sensibilisieren sich nicht allein auf die Mammographie (alle wieviel Jahre?) als Brustkrebs-Früherkennung zu verlassen. Das Abtasten erachte ich als genau so wichtig! Durch die frühzeitige Erkennung hatten sich bei mir noch keine Metastasen gebildet und die Lymphknoten waren auch noch nicht befallen. Glück im Unglück? Ja. Aber auch das Ergebnis, weil ich meine Brust immer wieder selbst abgetastet habe.

# 2

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